Der Kinderarzt

Was tun bei Durchfall?
Bei jedem Durchfall im Säuglingsalter sollte grundsätzlich sofort der Besuch in meiner Praxis erfolgen, da durch die häufige Kombination mit Erbrechen sehr rasch ein massiver Flüssigkeitsverlust eintritt.
Dies gilt im besonderen für Flascherlkinder, da bei diesen plötzlich auftretende flüssig, schleimige Stühle manchmal auch mit Blut vermengt immer auf eine schwere Durchfallserkrankung - meist durch ein Virus ausgelöst - hinweisen. Die bei Brustkindern oft zu beobachtenden flüssigen Stühle können normal sein. Schleimige Konsistenz oder Blutbeimengung können aber auch hier als Durchfallserkrankung gewertet werden.
Auch bei den Brustkindern sollte also im Zweifelsfall immer sofort die Ordination aufgesucht werden. Zustand des Kindes, Stuhlkontrolle und Gewichtskontrolle geben hinweise darauf, ob es sich um eine tatsächliche Erkrankung handelt.
Die Behandlung des Durchfalls:

Gestillte Babys:
Es wird grundsätzlich weiter gestillt, zusätzlich aber auch eine vom Arzt verschriebene Elektrolytlösung gegeben, die zwischendurch verabreicht wird. Wenn Tee gegeben wird, eignen sich für kleine Babys dünner Schwarztee immer mit Traubenzusatz (pro 100 ml Tee 5g=1 Teelöffel Traubenzucker). Mit Besserung des Zustandes werden Elektrolytlösung bzw. Tee stufenweise reduziert und wieder auf volle Brusternährung umgestellt.

Flascherlkinder:
In den ersten 6 Stunden wird ausschließlich Elektrolytlösung oder Tee gegeben. Anschließend übliche Milchnahrung im Verhältnis 1:2 mit Wasser (bei zusätzlichen Erbrechen besser mit Elektrolytlösung) verdünnt geben. Bei Besserung der Durchfälle Pulvermenge in folgenden Tagen stufenweise bis zur Ausgangskonzentration steigern.

Schwere Durchfälle:
8-12 Stunden Elektrolytlösung oder Tee (90-120g pro kg Körpergewicht) auf mehreren kleine Mahlzeiten aufgeteilt. Danach spezielle Heilnahrungsmilchen, dann je nach Besserung langsam tageweise auf übliche Milchnahrung umstellen.